Der Begriff „Uncanny Valley“, usprünglich aus der Robotik stammend, beschreibt ein psychologisches Phänomen: Künstliche Figuren wie Roboter oder computeranimierte Charaktere die Menschen fast, aber eben nicht vollständig perfekt ähneln, können beim Betrachter tiefes Unbehagen oder sogar Ekel auslösen.
Die moderne Personalentwicklung für Führungskräfte fasst die Beschreibung dieses psychologischen Phänomens des „Uncanny Valley“ enger und bezieht es auf den Moment, in dem das Verhalten einer Führungskraft künstlich optimiert, aber irgendwie nicht mehr menschlich wirkt. Durch intensives Coaching, standardisierte Kommunikationstrainings und den Einsatz von KI-Unterstützung im Management, können Führungskräfte Gefahr laufen, im Berufsalltag wie eine makellose Maske zu wirken. Sobald Empathie und Präsenz einstudiert oder formelhaft wirken, stürzt das Vertrauen der Mitarbeitenden ab. Sie spüren die winzige Abweichung zwischen gespielter und echter Emotion – es entsteht tiefe Skepsis.
Unser Wunsch: Führungskräfte sollten nicht zu perfekten, fehlerfreien „Management-Robotern“ werden, sondern müssen nahbar bleiben. Aus diesem Spannungsfeld ergeben sich zentrale Fragen für die moderne Führung:
Wie viel Standardisierung verträgt Führung?
Wo verläuft die Grenze zwischen professioneller Methodik und dem Verlust der eigenen, authentischen Persönlichkeit?
Wie digital darf Empathie sein?
Welchen Wert hat die Fehlbarkeit?
Wenn KI-Tools personalisierte Feedback-Mails oder Motivationsschreiben für Teams vorformulieren, wirkt diese Fürsorge sicher künstlich und entfremdend. Teams vertrauen in Krisen eher einem emotionalen, aber fehlerhaften Menschen denn einem optimierten, rationalen Algorithmus.
Dies als kleines Statement, ohne Eigennutz und Hintergedanken. Ein Aufruf von uns hier aus dem Pott: „Immer schön vorsichtich mit die neumodische Zeugs. Machet, aber übertreibet nich, wonnich!“